Microsoft
zurück zur Übersicht

How to Copilot: Wenn Copilot zu schnell „Ja“ sagt

Thema: Copilot, MS 365, Quicktipp

Constanze Braun

Wie Sie fundierte und verlässliche Antworten erhalten

Copilot ist hilfreich, schnell und meistens angenehm im Ton. Genau das kann aber dazu führen, dass Antworten manchmal „zu glatt“ wirken: viel Zustimmung, wenig Widerspruch, kaum Hinweise auf Risiken oder Schwachstellen. Für Einsteiger ist das besonders tückisch – nicht, weil Copilot „lügt“, sondern weil man leicht den Eindruck bekommt, eine Idee sei automatisch gut und vollständig. Mit ein paar einfachen Kniffen kann man jedoch Copilot so steuern, dass man sachlichere und nützlichere Ergebnisse bekommt.

Woran erkennst man „zu viel Zustimmung“?

  • Copilot bestätigt Aussagen, ohne Begründung oder Daten („Das ist eine starke Strategie“), obwohl man keine Fakten geliefert hat.
  • Es werden kaum Nachteile genannt – selbst bei heiklen Themen (Zeitplan, Budget, Risiken, Compliance).
  • Alternativen fehlen oder wirken nur pro forma („Eine andere Option wäre …“, ohne echte Abwägung).
  • Die Antwort klingt wie eine motivierende Rede statt wie eine Analyse.

 

Warum Copilot das macht

Bei diesem Phänomen handelt es sich um Sycophancy. Sycophancy beschreibt, dass Copilot Anfragen häufig einfach zustimmt und auch die eigenen Aussagen oft bestärkt, ohne objektiv draufzuschauen. Aber wieso entsteht dieses Verhalten?

Sprachmodelle sind darauf optimiert, hilfreich zu wirken und Gespräche „reibungslos“ zu halten. Wenn du eine Richtung vorgibst („Hier ist mein Plan …“), ist es für Copilot oft naheliegend, diese Richtung zu unterstützen, statt sie zu hinterfragen. Außerdem fehlen dem System manchmal Kontext (z. B. interne Zahlen, echte Projektlage). Dann füllt es Lücken mit plausibel klingenden Formulierungen – und die klingen häufig positiv, weil das als kooperativ wahrgenommen wird.

 

Copilot im Arbeitsalltag sicherer nutzen

Gerade bei Aufgaben wie E-Mails, Präsentationen oder Projekt-Updates ist hilfreiches Feedback entscheidend, um Fehler zu vermeiden. Statt Copilot nur nach schöneren Formulierungen zu fragen, ist es sinnvoll, gezielt nach Schwächen, Gegenargumenten oder unbegründeten Annahmen zu suchen. Fordern Sie zudem bewusst verschiedene Lösungswege an, etwa konservativ, ausgewogen oder risikofreudig, jeweils mit Pro- und Contra-Abwägung. Am zuverlässigsten sind prüfende Aufgaben: Lassen Sie Copilot eine Checkliste abarbeiten, potenzielle Missverständnisse erkennen und die entsprechenden Stellen sachlich umformulieren.

Darüber hinaus können Sie Ihren Copiloten durch entsprechende Anweisungen dauerhaft personalisieren, sodass Sie diese nicht bei jeder Anfrage erneut eingeben müssen. Dies gewährleistet eine konsistente Gesprächsqualität und reduziert standardisierte Rückfragen oder zuvor beschriebene Schmeicheleien.

Navigieren Sie hierzu in der Teams-Navigationsleiste zu Ihrem Copilot und öffnen Sie über die drei Menüpunkte oben rechts die Einstellungen. Im Bereich 'Personalisierung' haben Sie die Möglichkeit, Ihre benutzerdefinierten Anweisungen einzutragen, welche anschließend auf sämtliche Ihrer Eingaben angewendet werden.

Man erkennt: Copilot ist am stärksten, wenn man ihn nicht nur „schreiben lässt“, sondern gezielt als Prüf- und Denkpartner einsetzt. Wenn man konkrete Anweisungen in den Prompts gibt, Alternativen erzwingt und die passenden Einstelllungen vornimmt, bekommt man weniger automatische Zustimmung – und deutlich bessere Ergebnisse für den Arbeitsalltag.

Brauchen Sie Unterstützung oder haben Sie Fragen, können Sie jederzeit auf uns zukommen.

Sie möchten stets über die aktuellen Trends in der IT Welt informiert werden und kein BTC Event oder Webinar mehr verpassen? Dann melden Sie sich gerne zu unserem Newsletter an.

Kontakt

BTC AG
Nico Bouillon Microsoft Berater