B2B auf dem Weg zur Plattformökonomie

B2B auf dem Weg zur Plattformökonomie

Autor: Thees Tjarks

Im privaten Bereich bewegen wir uns bereits auf den unterschiedlichsten digitalen Plattformen: Zum Morgenkaffee hören wir unseren Lieblingspodcast auf Spotify, beim Frühstück werden Instagram und Facebook durchgescrollt, das Mittagsgericht wird per Snap mit den Freund*innen „geteilt“, nachmittags wird Netflix gestreamt oder das neue Smartphone bei Amazon bestellt und das Abendessen wird über Lieferando geordert.

All das findet mithilfe von Plattformen statt, die sowohl in Hinblick auf Inhalte, Anbieter, Nachfrager, Funktionalität und Zielgruppe als auch auf die zu Grunde liegenden Geschäftsmodelle sehr unterschiedlich ausgeprägt sind. In den letzten Jahren sind viele Plattformen exponentiell gewachsen und zu einem festen Bestandteil im Leben vieler Menschen geworden.
Beim genaueren Hinschauen wird deutlich, dass sich die Plattformen, insbesondere auch in Bezug auf den Umgang mit bzw. auf die Nutzung von Kundendaten, unterscheiden.

In diesem Zusammenhang sind vier verschiedene Entwicklungsstufen zu nennen:

  • Entwicklungsstufe 1: Die Plattform ermöglicht das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Teilnehmer
  • Entwicklungsstufe 2: Die Plattform ermöglicht – neben dem Matching – eine umfangreichere Interaktion zwischen Anbietern und Nachfragern
  • Entwicklungsstufe 3: Die Plattform ermöglicht die Verwendung der Nutzerdaten zur Verbesserung der Anwendererfahrung
  • Entwicklungsstufe 4: Die Plattform ermöglicht die Auswertung der Nutzerdaten zu Optimierungszwecken und es werden verschiedene Schnittstellen zur Plattform angeboten

Um neue, erfolgversprechende Plattformgeschäftsmodelle zu entwickeln, ist es notwendig, die Intelligenz in Hinblick auf die Auswertung von Nutzerdaten zu erhöhen und die Möglichkeit zu schaffen, die Plattformen in bestehende Ökosysteme einzubeziehen.

Im B2B-Umfeld gestaltet sich der Plattformmarkt derzeit anders als im B2C, wo es eher wenige große Plattformen gibt, die sehr viele Nutzer*innen auf sich vereinen. Im B2B-Bereich sind die Plattformen deutlich spezialisierter und es gibt nicht einige wenige, die einen großen Markt bedienen, sondern zahlreiche Plattformen, die jeweils Teilbereiche abdecken.

Meiner Meinung nach ist die Weiterentwicklung in Richtung Plattformökonomie im B2B Bereich ein deutlich sichtbarer Trend, der durch IIOT- bzw. Industrial-Internet-of-Things-Technologien noch verstärkt wird. Industrielle Anlagen werden immer vernetzter gebaut und können immer mehr Datenpunkte aufzeichnen und versenden. Diese Informationen können anschließend auf einer Plattform zusammengeführt und ausgewertet werden. Auf Grundlage der auf diese Weise gewonnenen Daten lassen sich Geschäftsmodelle ableiten, welche dann wiederum über die Plattform vermittelt werden können. Verwunderlich, dass heute bereits die Mehrheit der Unternehmen mehr Vor- als Nachteile in der Nutzung digitaler Plattformen sieht.


Die IIOT- und Plattformtechnologien entwickeln sich rasant weiter, wodurch sich die Geschäftsmodelle und sogar ganze Märkte kontinuierlich wandeln. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich kontinuierlich mit der Frage zu beschäftigen, welche Rolle B2B-Plattformen zukünftig im eigenen Geschäft spielen sollen oder gar müssen.

Folgende Aspekte sind hierbei besonders zu berücksichtigen:

Trete ich als Anbieter und/oder als Nachfrager auf? Wie binde ich Plattformen in meine bestehenden Systeme ein? Auf welchen Plattformen möchte oder muss ich aktiv sein? Baue ich meine eigene Plattform auf? Und: Wie mache daraus ein neues Geschäftsmodell?

Lassen Sie uns gerne darüber sprechen!

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