Die Blockchain ist tot. Es lebe die Blockchain.

Die Blockchain ist tot. Es lebe die Blockchain.

Im September veröffentlichte die Bundesregierung ihre Blockchain-Strategie unter dem Titel: “Wir stellen die Weichen für die Token-Ökonomie“. Mit der Strategie soll Deutschland zu einem attraktiven Standort für die Entwicklung von Blockchain-Anwendungen und für Investitionen in ihre Skalierung werden. Ist das sinnvoll und kann das funktionieren?

Dem Strategiepapier zufolge sei die Blockchain-Technologie aktuell eine der meistdiskutierten Innovationen der digitalen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft. Insbesondere in der Energiebranche sähe die Bundesregierung großes Anwendungspotenzial und bedeutsame Mehrwerte für alle Beteiligten der Wertschöpfungskette.

In den Medien kommt die Blockchain-Strategie überwiegend gute Noten. Marcus Ewald vom Verein Blockchain Bundesverband erklärte sogar, mit der Strategie werde Deutschland das weltweit mit Abstand innovativste Regelwerk für Blockchain schaffen. Dies überrascht, denn Blockchain fühlt sich gegen Ende des Jahres 2019 eher wie eine bereits abgeschriebene Technologie an. Ja, Blockchain hatte unbestreitbar eine Hochphase der Aufmerksamkeit in Zusammenhang mit dem Aufstieg der Kryprowährung Bitcoin. Aber abseits des dabei losgetretenen, blinden Goldrauschs konnte die Technologie im Markt bisher nicht mit einer praktischen Anwendung überzeugen. Eine Suchanfrage auf Google Trends zum Thema Blockchain bestätigt dieses Gefühl und auch der Blick auf Gartners „Hype Cycle for Emerging Technologies“ lässt nichts Gutes für die Zukunft dieser Technologie erahnen: War Blockchain in den Jahren 2017 und 2018 noch in der Hochphase, dem sogenannten „Peak of Inflated Expectations“, wird das Thema im Jahr 2019 nicht einmal mehr erwähnt.

Fazit: Es ist durchaus richtig und wichtig, dass die Bundesregierung mit der Veröffentlichung einer Strategie einen ordnungspolitischen Rahmen für den Umgang mit der Blockchain-Technologie geschaffen hat. Es ist jedoch fraglich, ob Blockchain derzeit die richtige Technologie für Investitionen ist. Eine Killeranwendung, die diese Technologie nach ihrem freien Fall wieder in den Aufmerksamkeitsfokus rücken könnte, ist derzeit jedenfalls nicht in Sicht.