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Vom Nachhaltigkeits-Pflichtprogramm zur betriebswirtschaftlichen Chance

Stadtwerke SH

3

Stadtwerke im Verbund

12

Monate Projektlaufzeit

11/15

Scope 3 Kategorien nach GHG Protocol bilanziert

1

BAFA-geförderter Transformationsplan

Die Ausgangslage

Eine junge Allianz macht sich auf den Weg
Die Stadtwerke SH bilden seit 2020 eine Allianz aus den Stadtwerken Rendsburg, Eckernförde und Schleswig. Somit weisen die Stadtwerke SH ein klassisches Stadtwerke-Portfolio aus: Strom, Gas, Wasser, Wärme plus regionale Infrastruktur. Als die CSRD-Berichtspflicht aufkam, war das Thema Nachhaltigkeit kein völliges Neuland, aber strukturiert erfasst worden war es noch nicht.
Jost-Bennet Andreas ist als „Referent Nachhaltigkeitsmanagement“ für alle drei Gesellschaften und die Stadtwerke SH zuständig. Eine Wesentlichkeitsanalyse wurde im Rahmen des dualen Studiums im Jahr 2024 bereits für die Stadtwerke Eckernförde erstellt und diente als Grundlage des gemeinsamen Projektes

Was bringt uns Nachhaltigkeit wirklich?

Als der EU-Omnibus Anfang 2025 die CSRD-Berichtspflicht für kleinere Unternehmen aussetzte, entstand eine Zäsur. Doch anstatt das Thema damit auf Eis zu legen, stellten die Stadtwerke SH gemeinsam mit sucona die entscheidende Frage: Welche Nachhaltigkeitsmaßnahmen zahlen auf unsere betriebswirtschaftlichen Ziele ein und tragen zu Umsatz, Kostensenkung oder Kundenbindung bei?
Das Ergebnis war eine bewusste Neupriorisierung: kein Bericht um seiner selbst willen, sondern Dekarbonisierung als strategische Notwendigkeit eines regionalen Energieversorgers - und Berichterstattung als Nebenprodukt davon.

Projektverlauf

Schritt für Schritt im Coaching-Ansatz

  • Ende 2024: Wesentlichkeitsanalyse als Startpunkt
    Im Rahmen seiner Abschlussarbeit erstellte Jost eine erste Wesentlichkeitsanalyse für die Stadtwerke Eckernförde. sucona begleitete das Vorprojekt und schärfte die Analyse gemeinsam nach, um eine fundierte Basis für die folgenden Projektinhalte zu schaffen.
  • Anfang 2025: Vollprojekt ESG-Berichterstattung - und der Omnibus
    Start des eigentlichen Projekts im „Coaching-Ansatz“: Prozessbegleitung von der Wesentlichkeitsanalyse über die Datenerhebung bis zum fertigen Bericht gemäß ESRS und EU-Taxonomie. Im Februar 2025 traf der EU-Omnibus das Team mitten im Projekt-Anlauf und zog eine bewusste strategische Pause nach sich.
  • Mitte 2025: Neuausrichtung: Treibhausgasbilanz + VSME-Bericht
    Ergebnis der Neupriorisierung: Erstmals wird eine vollständige Treibhausgasbilanz (Scope 1, 2 und 3) für alle drei Stadtwerke erstellt, ergänzt durch einen ersten Nachhaltigkeitsbericht nach dem VSME-Standard. Dieser wurde bewusst als interne Baseline genutzt und nicht als Marketingdokument.
  • Mitte 2026 (laufend): Transformationsplan mit BAFA-Förderung
    Auf Basis der Treibhausgasbilanz stellten die Stadtwerke SH erfolgreich einen Förderantrag nach BAFA Modul 5. Demnach wird ein Transformationsplan erarbeitet, der konkrete Maßnahmen zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung und weiterer Bereiche definiert mit einem klarem Ziel: Klimaneutralität 2045.

Ergebnisse & Nutzen

Was die Stadtwerke SH konkret gewonnen haben

Belastbare Datenbasis
Erstmalige, strukturierte Treibhausgasbilanz für alle drei Stadtwerke – Scope 1, 2 und 3 erfasst.

Strategische Hebel
Im Rahmen des Transformationsplans werden Dekarbonisierungshebel identifiziert und Maßnahmenfelder priorisiert.

Interne Kompetenz aufgebaut
Coaching-Ansatz statt Outsourcing: Die Stadtwerke SH können den Prozess im Folgejahr eigenständig weiterführen.

Bankgespräche auf Augenhöhe
Jährliche Nachhaltigkeitsgespräche mit Finanzierungspartnern können mit konkreten KPIs und einem Transformationsplan geführt werden.

Förderung gesichert
Erfolgreicher BAFA-Förderbescheid für den Transformationsplan.

Glaubwürdige Kommunikation
Ehrlicher ESG-Bericht als Baseline dient als Ausgangspunkt für messbare Verbesserung

Learnings aus dem Projekt

Was andere Stadtwerke und Mittelständler mitnehmen können

Nicht auf Perfektion warten. Nachhaltigkeit ist ein wandelbares Thema. Omnibus, neue Standards, politische Richtungswechsel: Wer auf den richtigen Moment wartet, wartet zu lange. Lieber einen ersten, ehrlichen Bericht als keinen.

Dekarbonisierung bleibt. Unabhängig von Berichtspflichten: Wer als Energieversorger 2045 klimaneutral sein will, muss heute seinen CO₂-Fußabdruck verstehen und Maßnahmen priorisieren.

Betriebswirtschaftlicher Nutzen vor regulatorischer Pflicht. Banken und Fördergebern ist die Motivation egal. Aber ein konkreter Transformationsplan öffnet Türen, die sonst verschlossen bleiben.

Coaching statt Outsourcing. Wer Nachhaltigkeit jedes Jahr neu einkaufen muss, baut keine eigene Kompetenz auf. Der richtige Einstieg ist Begleitung mit dem Ziel, selbst sprachfähig zu werden.

„Die Zusammenarbeit war und ist immer super erfrischend, man begegnet sich auf Augenhöhe.
Und die Flexibilität: Wenn ich eine neue Idee hatte, wurde sie bestmöglich umgesetzt.“

Jost-Bennet Andreas

Referent Nachhaltigkeitsmanagement
Stadtwerke SH

Über den Kunden

Stadtwerke SH – Allianz regionaler Energieversorger in Schleswig-Holstein

Seit 2020 bündeln die Stadtwerke Rendsburg, Eckernförde und Schleswig ihre Kräfte unter dem Dach der Stadtwerke SH. Das klassische Stadtwerke-Portfolio aus Strom, Gas, Wasser und Wärme wird ergänzt durch Schwimmbäder, Wohnmobilstellplätze, E-Ladesäulen und weitere infrastrukturelle Aufgaben in der Region. Als regionaler Energieversorger versteht sich die Allianz als aktiver Teil der Energiewende im echten Norden.

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Success-Story

Tobias Witt

Consultant Sustainability Services