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SAP BTP
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Was ist eigentlich die SAP Business Technologie Plattform, kurz SAP BTP?

Thema: Entwicklung
Datum: 12.01.23
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Talea Schwers

Bei der SAP BTP handelt es sich um ein Platform-as-a-Service, der intelligente Unternehmensanwendungen mit Datenbank- und Datenmanagement-, Analyse-, Integrations- und Erweiterungsfunktionen vereint. Die SAP BTP stellt damit den Nachfolger der SAP Cloud Platform, dem alten PaaS der SAP, dar. Die SAP Cloud Platform wurde in SAP BTP umbenannt und um weitere Funktionen und Services erweitert.

Neben den Services der SAP können Services und Eigenentwicklungen anderer Anbieter genutzt werden. Das Ziel dieser Plattform ist es, den Unternehmen die Möglichkeit zu bieten, die Prozesse und Services zu vernetzen, um dadurch eine größere Flexibilität und Unabhängigkeit zu erreichen. Hierdurch besteht der Vorteil, dass alle relevanten Anwendungen, Services und Daten in einer Plattform vereint werden können und somit nicht mehr einzeln zusammengesucht werden müssen. Zusätzlich können durch die Plattform Prozesse optimiert und Kosten für die Wartung, die Hardware und die Software eingespart werden.

Bereiche der SAP BTP

Die SAP BTP kann in vier Bereiche eingeteilt werden:

  • Datenbank- und Datenmanagement
  • Analyse
  • Anwendungsentwicklung und -integration
  • Intelligente Lösungen

Der Bereich Datenbank- und Datenmanagement stellt den zentralen Bestandteil dar. Bei der Datenbank handelt es sich um eine Komplettlösung für das Datenmanagement, die neben einer innovativen Transaktions- und Analyseverarbeitung ebenfalls Analyselösungen bereitstellt. Diese werden über hybride und Multi-Cloud-Umgebungen hinweg angeboten. Ein Beispiel für eine Datenbank, die in der SAP BTP bereitgestellt wird, ist die SAP HANA Cloud.

Im Vergleich zur Datenbank betrachtet das Datenmanagement in der SAP BTP die benötigten Werkzeuge, um alle Daten des Unternehmens aus verschiedenen Bereichen zusammenhängend ermitteln, erfassen, analysieren und bereitstellen zu können. Dazu stellt die SAP beispielsweise die Lösung SAP Master Data Governance bereit, die die Konsolidierung, die zentrale Governance und das Datenqualitätsmanagement für Stammdaten ermöglicht.

Im Bereich der Analyse können neben Echtzeiteinblicken, Analysen zu vergangenen und zukünftigen Situationen durchgeführt werden. Dazu kann Business Intelligence (BI), Data Warehousing oder Unternehmensplanung genutzt werden. Im Bereich BI bietet die SAP die SAC an. Diese stellt die Analyse- und Planungsvorgänge grafisch dar. Im Bereich Data Warehouse wird von der SAP die SAP Data Warehouse Cloud zur Verfügung gestellt. Mit dieser können die Daten modelliert werden. Beide Lösungen können dazu genutzt werden, eine Unternehmensplanung durchzuführen.

Der Bereich Anwendungsentwicklung und -integration wird in die SAP Extension Suite und die SAP Integration Suite eingeteilt. Die SAP Extension Suite stellt die Erweiterungsschicht dar und betrachtet im Zuge dessen die Anwendungsentwicklung. Diese hat zum Ziel, eine einfache und schnelle Entwicklung von Anwendungen durch eine Pro-Code, Low-Code und No-Code Entwicklung zu ermöglichen.

Die Integration Suite stellt dagegen die Integrationsschicht dar und beschäftigt sich mit dem zweiten Teil des Bereiches: Der Anwendungsintegration. Darin werden Anwendungen und Daten von der SAP oder externen Anbietern verbunden und eine beschleunigte Integration durch vorkonfigurierte Abläufe und Konnektoren wird ermöglicht. Dadurch ist eine Reaktion auf Ereignisse in Echtzeit möglich.

Abschließend betrachtet der Bereich intelligente Lösungen beispielsweise die Künstliche Intelligenz (KI). Darin ist der SAP AI Business Service der SAP zu nennen. Dieser stellt intelligente Anwendungen durch KI basierte Modelle bereit. Die Anwendungen können mit Geschäftsdaten vortrainiert werden, um im Anschluss den Aufwand bei der Verarbeitung der Daten verringern.

Aufbau der SAP BTP

Der Startpunkt der SAP BTP stellt das SAP BTP-Cockpit dar. In diesem können alle Konten und Anwendungen eingesehen und verwaltet werden. Ergänzend teilt sich die SAP BTP in einen Global Account, verschiedene Verzeichnisse, Subaccounts und Umgebungen.

Innerhalb des Global Accounts sollten mindestens ein Administrator und ein Ersatzadministrator gesetzt werden, um das Verwalten von Berechtigungen, das Hinzufügen neuer Subaccounts und neuer Mitglieder zu ermöglichen. Dabei handelt es sich um die Empfehlung der SAP. Möglich sind 1 bis n Administratoren. Zusätzlich werden im Global Account die verschiedenen Kontingente, die genutzt werden dürfen, auf die einzelnen Subaccounts verteilt. Darüber hinaus können dort Berechtigungen vergeben und es können Regionen festgelegt werden, in denen sich der Global Account physisch befindet. Abschließend werden dort die Rechnungsinformationen dargestellt.

Des Weiteren stellen die Verzeichnisse eine Unterteilungsmöglichkeit der verschiedenen Subaccounts zur besseren Übersicht dar. Diese besitzen ebenfalls einen oder mehrere Administratoren. Zudem können optional Berechtigungen vergeben werden, um beispielsweise die Kontingente für Dienste und Anwendungen auf die verschiedenen Verzeichnisse zu verteilen. Schließlich kann die optionale Angabe einer Business User ID erfolgen.

Eine weitere Ebene stellen die Subaccounts dar. Dabei handelt es sich um Unterkonten, in denen eine oder mehr Umgebungen bereitgestellt werden können. Diese werden genau einer Region zugeordnet, besitzen ein oder mehr Administratoren, eine Business User ID und ein festgelegtes Kontingent.

Abschließend gibt es verschiedene Umgebungen wie das Neo Environment, das ABAP Environment, das Kyma Environment und die Cloud Foundry . Das Neo Environment stellt nicht mehr den Standard der SAP dar und wird bei Neukunden und Partnern nicht mehr zur Verfügung gestellt. Dennoch wird das Neo Environment weiterhin für die Bestandskunden unterstützt. Die Laufzeitumgebungen werden im Artikel Welche Umgebungen gibt es in der SAP Business Technology Platform? vorgestellt.

Basic Platform Concepts | SAP Help Portal

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Maxim Fuchs
Software Engineer und SAP Fiori Application Developer
Maxim Fuchs - BTC AG