Stellen Sie sich vor, Sie müssen für jedes Gramm Verpackungsmaterial, das Ihr Unternehmen in die EU liefert, Rechenschaft ablegen - auf Knopfdruck, auditierbar und bis ins kleinste Detail der Materialzusammensetzung.
Klingt nach Zukunftsmusik? Ist es nicht. Die Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) tritt ab August 2026 schrittweise in Kraft. Sie ersetzt die alte Verpackungsrichtlinie von 1994 und zählt zu den umfangreichsten regulatorischen Reformen für verpackungsintensive Unternehmen in Europa.
ESG-Verantwortliche wissen bereits: Die Verbindung von ökologischer Verantwortung und ökonomischem Erfolg ist kein Nice-to-have mehr. Bei der BTC AG nennen wir das die Twin Transformation - die synergetische Verbindung von digitaler und grüner Transformation.
Doch wie übersetzt man diese Regulatorik in Ihre bestehende IT-Landschaft, ohne in Komplexität zu ertrinken?
Wen betrifft die PPWR - und was kommt auf Sie zu?
Grundsätzlich alle Wirtschaftsakteure, die Verpackungen in der EU in Verkehr bringen: Hersteller, Importeure, Händler, Fulfillment-Dienstleister.
Die Pflichten unterscheiden sich je nach Rolle und Volumen, wobei es nur begrenzte Vereinfachungen für Kleinstmengen gibt.
Besonders im Fokus:
- Lebensmittel- & Getränkeindustrie: verbindliche Rezyklatquoten, PFAS-Beschränkungen in Lebensmittelkontaktmaterialien ab 2026
- E-Commerce und Online-Handel: Vorgaben zur Leerraumminimierung, neue Mehrwegquoten, erweiterte EPR-Pflichten in allen EU-Zielmärkten
- Kosmetik- und Pharmaindustrie: Einschränkungen bestimmter Einwegartikel (z.B. Hotelkosmetik), neue Kennzeichnungsvorgaben
- Markenartikler und Konsumgüterhersteller: detaillierte Dokumentationspflichten zur Materialwahl, verpflichtende Recyclingfähigkeit bis 2030
Die zentralen Anforderungen:
- Detaillierte Daten: Genaue Erfassung von Materialart, Gewicht, Recyclinganteil und Rezyklierbarkeit - nicht mehr nur grobe Mengenmeldungen
- Verbindliche Mindestrezyklatanteile: je nach Kategorie 10–35 % ab 2030, höhere Werte ab 2040
- Design-Vorgaben: Bis 2030 müssen alle Verpackungen recyclingfähig und wirtschaftlich verwertbar sein
- Neue Kennzeichnung: EU-weit einheitliche Sortierlabels; digitale Informationen (z.B. via QR-Code) ab voraussichtlich 2028
- EPR & Steuern: Nationale Kunststoffsteuern (z.B. UK, Spanien, Italien) basieren auf diesen Daten – Fehler werden teuer
Das Dilemma: Die Datenlücke im ERP
Hier treffen wir in der Praxis auf die größte Hürde: Die Sprache der Nachhaltigkeit passt oft nicht zur Struktur der IT.
Sie benötigen Daten über Verbundfolien, Klebstoffe oder das Gewicht einzelner Etiketten. Ihr ERP-System kennt aber oft nur Handelseinheiten oder Stücklisten. Diese notwendigen Attribute wie Materialmix, Recyclingquote, exakte Gewichte sind häufig unstrukturiert oder gar nicht in den Stammdaten hinterlegt.
Die Folge?
- Manuelle Excel-Tapeten und fehleranfällige Konsolidierungen
- Unklare Steuerrisiken und verpasste Optimierungspotenziale
- Audit-Anforderungen, die nicht belastbar erfüllt werden können
- Ein hoher manueller Aufwand, der weder skalierbar noch revisionssicher ist
Unser Ansatz: Sustainability Decoded – SAP-Lösungen im ESG-Klartext
Unsere Mission bei der BTC AG: Wir sprechen die Sprache der ESG-Verantwortlichen und übersetzen diese in die Sprache der IT - und umgekehrt. Komplexe Technologie muss für den Anwender einfach und wertstiftend sein.
Für die Herausforderung PPWR setzen wir auf SAP Responsible Design and Production (RDP) .
Warum? Weil diese Lösung genau die Brücke schlägt, die ESG und Finance benötigen.
- Automatisierte Datenerfassung: RDP greift direkt auf Ihre ERP-Bewegungsdaten zu.
- Compliance auf Knopfdruck: Sie erhalten eine präzise Berechnungsgrundlage für EPR-Meldungen und Kunststoffsteuern - automatisiert, aktuell und länderübergreifend
- Auditierbare Berichterstattung: Länder-spezifische Meldungen werden aus einer zentralen, nachvollziehbaren Datenbasis generiert
- Strategische Steuerung: Sie sehen nicht nur, was Sie zahlen müssen, sondern wo Sie durch Re-Design (weniger Plastik, besseres Material) Kosten sparen können.
Ein Praxisbeispiel
Ein internationaler Tiernahrungshersteller hat tausende Produkte, komplexe Verpackungen (Pouches, Dosen, Verbundmaterialien) und unterschiedliche Steuersätze in verschiedenen Ländern.
Die Ausgangssituation:
- Verkaufsdaten im ERP, aber nicht mit Verpackungsspezifikationen verknüpft
- Manuelle Datensammlung für Steuermeldungen - zeitaufwändig und fehleranfällig
- Keine Transparenz über tatsächliche Materialverbräuche
Durch den Einsatz von SAP RDP würden Verkaufsdaten (Bewegungsdaten) automatisch mit den hinterlegten Materialdaten (z. B. Gewicht und Materialmix der Verbundfolie) verknüpft.
Das Ergebnis:
- Das ESG-Team erstellt Behördenberichte nun in Minuten statt Wochen
- Das Finanzteam hat eine exakte Grundlage für Rückstellungen und Steuerzahlungen
- Produktentwickler können Materialänderungen simulieren und deren Kostenauswirkung bewerten
- Das Management hat Transparenz über den ROI, der sich oft schon nach wenigen Monaten einstellt
Fazit: Von der Pflicht zur Kür
Die PPWR kommt – und mit ihr eine der größten regulatorischen Veränderungen für verpackungsintensive Unternehmen. Doch wer die Anforderungen systematisch angeht, macht aus der Compliance-Pflicht eine strategische Chance:
- Transparenz über Materialflüsse ermöglicht gezielte Optimierung
- Präzise Kostenkalkulation macht nachhaltige Alternativen wirtschaftlich bewertbar
- Auditierbare Daten stärken die Glaubwürdigkeit gegenüber Stakeholdern und Behörden
Die Twin Transformation – die Verbindung von Digitalisierung und Nachhaltigkeit – ist dabei keine Kür, sondern entscheidet zunehmend über Wettbewerbsfähigkeit. Bei der BTC AG übersetzen wir Ihre fachlichen Anforderungen von ESG zu IT und zurück in echten Mehrwert.
Ihr nächster Schritt
Möchten Sie wissen, wie SAP Responsible Design and Production in Ihrer spezifischen Umgebung aussehen könnte – ohne tiefes IT-Kauderwelsch lernen zu müssen?
Lassen Sie uns sprechen. Wir übersetzen Ihre Anforderungen - von ESG zu IT und zurück in echten Mehrwert.
Webinar-Hinweis: Gemeinsam mit unserem Partner, der SAP, zeigen wir Ihnen, wie Sie regulatorische Sicherheit herstellen, Datenlücken schließen und durch präzise Berechnungsgrundlagen auch noch einen attraktiven Return on Invest erzielen.